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Gewerbeparks sorgen für volle Kassen

Das neue Gewerbegebiet Acht300 beschert der Gemeinde Dasing unerwartet hohe Einnahmen.

Finanziell geht es Dasing ausgezeichnet. Trotzdem nimmt die Gemeinde neue Kredite auf. Das hat auch mit den schlechten Zinskonditionen der Banken zu 

Bürgermeister Erich Nagl hat eine zufriedene Miene, als er dem Finanzausschuss die inoffiziellen Zahlen der Abschlussrechnung für 2017 vorstellt. Fast vier Millionen Euro Gewerbesteuern habe Dasing im vergangenen Jahr eingenommen. Das ist fast eine Million mehr als ursprünglich veranschlagt. Wie Nagl erklärt, brachte vor allem das neue Gewerbegebiet Acht300, das die Gemeinde gemeinsam mit der Stadt Aichach verwaltet, sprudelnde Einnahmen. Die gute Konjunktur tat ihr Übriges. Den Unternehmen in der Gemeinde geht es ausgezeichnet.

Mit den Gewerbeeinnahmen von knapp vier Millionen Euro knackte die Gemeinde auch eine wichtige Marke: Zum ersten Mal in der Dasinger Geschichte liegen damit die Gewerbeeinnahmen über denen des Einkommenssteueranteils, den die Gemeinde über den Bund bezieht. Das werde auch im kommenden Jahr so bleiben, prognostiziert Bürgermeister Nagl. 2018 sollen die Gewerbeeinnahmen sogar auf über vier Millionen Euro steigen.

Fast zwei Millionen Euro für neue Kläranlage

Weil die Gemeinde nun schon seit ein paar Jahren finanziell gut aufgestellt ist, wird sie im kommenden Jahr zum ersten Mal keine Schlüsselzuweisungen über den kommunalen Finanzausgleich erhalten. Dasing kann sich inzwischen also selbst finanzieren. Entsprechend gut war die Stimmung bei allen Mitgliedern des Finanzausschusses. Klärungsbedarf sahen die Mitglieder nur bei kleineren Einzelposten.

So wurden die Ausgaben für die Sanierungen im Bereich der Schule und des Kindergartens noch einmal erhöht. Im Haushalt ist nun genug Geld eingeplant, um an der Schule den Pausenhof, sowie die Haupt- und Außentreppe zu sanieren. Auch für die Sanierung des Gebäudes Schulstraße 10, in den im Spätsommer 2018 die neuen Kindergartengruppen einziehen sollen, steht nun mehr Geld zur Verfügung als ursprünglich vorgesehen. Im kommenden Jahr werden vor allem die Arbeiten an der Kläranlage, die bereits im vergangenen Jahr begonnen haben, die Finanzen belasten. Für das Projekt sind im Haushalt 1,8 Millionen Euro vorgesehen. Weil sich auch der Unterhalt der Kläranlage ab diesem Jahr um 50000 Euro erhöhen wird, werden möglicherweise in den nächsten Jahren die Abwassergebühren noch einmal angehoben werden.

Gemeinde muss für Einlagen Negativzinsen zahlen

Durch die umfangreichen Investitionen wird die Gemeinde trotz voller Kassen im kommenden Jahr nicht mehr Schulden tilgen, als in der Satzung festgeschrieben. Im Gegenteil. Dasig wird über eine Million Euro an neuen Krediten aufnehmen. Außerdem zapft die Gemeinde die Rücklagen von rund sechs Millionen Euro aus dem letzten Haushaltsjahr an.

Das liegt auch daran, dass bei den Banken inzwischen Negativzinsen auf Einlagen fällig werden, wenn diese einen bestimmten Betrag überschreiten. Wie Kämmerin Christine Treffler sagt, werde Dasing 2018 trotz aller Investitionen rund 11 000 Euro Negativzinsen zahlen müssen. Zum Vergleich: Diesen Betrag nahm die Gemeinde im vergangenen Jahr über die Hundesteuer ein.

Alle Mitglieder des Finanzausschusses stimmten dem Haushaltsentwurf vorbehaltlich der Änderungen zu. Am 20. März soll dann der Gemeinderat den Haushaltsplan verabschieden.

Friedberger Allgemeine, 08.03.2018, Mareike König

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